Tagebuch

„Der Steindrache“ – Warum ist Alexa so zickig?

Zu Band 2 der Drachenland-Saga „Der Steindrache“ bekomme ich ab und zu die Rückmeldung, dass Alexa furchtbar zickig ist. Besonders Kinder, aber auch einige Erwachsene waren regelrecht genervt von ihr.

Es stimmt natürlich. Alexa ist schrecklich zickig, und ich gebe auch zu, ihr Verhalten ist (ver-)störend.

Warum benimmt sie sich so?

Natürlich hatte ich einige Hintergedanken, als ich den Plot entworfen habe. In unserer näheren Bekanntschaft gab es ein Mädchen, das eine enge Freundin meiner Tochter war. Aber als sich ihre Eltern getrennt hatten, war dieses ehemals hilfsbereite, freundliche und umgängliche Kind kaum wiederzuerkennen. Sie hat viele vor den Kopf gestoßen, sich sehr zurückgezogen und wenn man nicht gewusst hätte, was der Hintergrund ist, wären bestimmt sehr viele sehr böse auf sie geworden.

Sie hat sich genauso wie Alexa benommen. Es hat über ein Jahr gedauert, bis sie sich wieder gefangen hatte. Mit der Freundschaft zu meiner Tochter war es aber leider trotzdem aus.

Als ich über Alexas Probleme geschrieben habe, habe ich dieses Mädchen im Kopf gehabt. Sie ist auch nicht das einzige Scheidungskind in unserer näheren Umgebung und bei fast allen konnte man – selbst oder gerade als Außenstehender – Verhaltensänderungen beobachten.

Ich habe versucht, dieses Verhalten einzufangen und wiederzugeben. Vielleicht erkennt sich das eine oder das andere Kind wieder? Natürlich bekommen die wenigsten Kinder einen Zauberspiegel vom Schwarzen Lord geschenkt, um ihren Kummer zu lindern, aber bestimmt haben einige treue Freunde, so wie Alexa Felix hat, der zwar von ihrer ruppigen Art irritiert ist, sich aber nicht abschütteln lässt.

Verständnis für Alexa?

Vielleicht erweckt Alexas Zickigkeit auch irgendwo einen Funken Verständnis für die Probleme, mit denen Kinder zu kämpfen haben, deren Eltern sich trennen.

Als meine 9jährige Tochter das Buch gelesen hatte, sagte sie zu mir: „Mama, ich mag Alexa gar nicht mehr. Sie benimmt sich schrecklich.“ Das war für mich ein guter Anlass, mit ihr darüber zu sprechen. Dann hat sie verstanden, warum Alexa so eklig ist. Nun werden sicher die meisten Kinder das Buch ohne ihre Eltern lesen. Trotzdem habe ich die Hoffnung, dass einige zum Nachdenken angeregt werden, und selbst wenn sie Alexa nur schrecklich finden, so denke ich, verknüpfen die meisten ihr Verhalten doch mit der Scheidung ihrer Eltern.

Nun bin ich natürlich keine Psychologin oder ähnliches. Und ich erhebe auch gar keinen Anspruch auf besondere Tiefgründigkeit dieses Buches. Nein, ich habe ein Verhalten beobachtet, es so natürlich wie möglich wiedergegeben und gehofft, dass es lebensnah wirkt.

Schon einige meiner Testleser hatten Probleme mit Alexa

Die meisten hatten zwar Verständnis für sie, aber doch ein paar beschwerten sich. Ich überlegte hin und her, ob ich ihre Zickigkeit abschwächen sollte.

Aber ich entschied mich dagegen. So ist eben das Leben und auch Kinder dürfen sehen, dass es eben nicht nur eine heile Welt um sie herum gibt.

Was meinst du dazu?

 

 

 

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